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INTERVIEW

@joshlamonaca@menspiresalon@menspireamsterdamFotografie: Jordan Doyle

Interview mit Josh Lamonaca

MENSPIRE FÖRDERT SPITZENQUALITÄT

Josh Lamonaca (34) ist in der Friseurbranche aufgewachsen. Mit 15 Jahren begann er, Haare zu schneiden, und war von diesem Moment an vom Handwerk gepackt. 2014 gründete Josh zusammen mit seinem Geschäftspartner Samuel Palmer MENSPIRE. Beide bringen jahrelange Friseurerfahrung aus dem Salon in ihr neues Unternehmen ein. Mit MENSPIRE wollen sie genau das in die Barbershop-Kultur einführen und so ein neues Erlebnis für Männer schaffen. Nach dem Erfolg ihres ersten Geschäfts in Saint Albans im Vereinigten Königreich eröffneten sie 2018 ein zweites in Dublin. Seitdem folgte Erfolg auf Erfolg, und MENSPIRE hat ein Franchise-Netzwerk mit 31 Geschäften aufgebaut, zu denen in Kürze voraussichtlich 4 weitere hinzukommen. In einem Jahrzehnt des Wachstums war es von großer Bedeutung, die Qualitätsstandards, die Markenintegrität und das handwerkliche Können der Barber zu bewahren. Lamonaca sagt, dass Mundpropaganda, der Kontakt auf der Straße und die persönliche Beziehung zu Kunden und Geschäftspartnern die besten Formen des Marketings sind. Wir sprachen mit Josh Lamonaca über die Höhen und Tiefen der vergangenen zehn Jahre, über die Wichtigkeit und die Unwichtigkeit von Marketing und über einen organischen Weg zum Wachstum.

Kapitel 1: Der Anstoß

Josh begann schon früh als Barber. Was reizte ihn an dem Beruf? „Ich habe mit dem Haareschneiden angefangen, weil mich Fußballer und ihre Frisuren und ihr Stil ganz allgemein inspiriert haben. Als 15-Jähriger träumte ich davon, Profifußballer zu werden. Durch den Fußball begann ich mich also für Design, Frisuren usw. zu interessieren“, sagt Josh.

Kapitel 2: Eine Vision in ein eigenes Unternehmen umsetzen

Nachdem er zehn Jahre lang Erfahrung mit dem Haareschneiden in Salons gesammelt hatte, wollte Josh sein Können einsetzen und seine Vision in einem eigenen Unternehmen zum Leben erwecken. 2014 wagten er und sein Geschäftspartner Samuel Palmer den Sprung und gründeten MENSPIRE. Josh sagt, sie hätten eine klare Mission gehabt: „Wir hatten beide jahrelang in einem Salon gearbeitet und wollten diese Erfahrung in die Barbershop-Kultur einführen, um für Männer etwas zu schaffen, das es vor zehn Jahren noch nicht gab.“

MENSPIRE kam bei Männern an, die sich ein exklusiveres und moderneres Erlebnis wünschten, in dem das Traditionelle mit dem Zeitgenössischen verbunden wird. Josh: „Indem MENSPIRE das traditionelle Markenzeichen der Präzision im Barberhandwerk mit dem zeitgemäßen Stil, dem Design und der Struktur von Salonfrisuren verband, löste es eine Revolution in der Branche aus. Unser Ziel war es, die Dynamik zu verändern – wie der Barbershop von außen wirkte und wie er im Inneren funktionierte.“

Samuel Palmer (links) und Josh Lamonaca (rechts) sitzen auf einer Bank vor dem Schaufenster eines MENSPIRE-Geschäfts; auf der Scheibe steht ‚MENSPIRE – Male Image & Grooming‘. Schwarz-Weiß-Foto.Foto vergrößern
Samuel Palmer (l.) und Josh Lamonaca (r.)Fotografie: Jordan Doyle

Kapitel 3: MENSPIRE breitet seine Flügel aus

MENSPIRE hat vom ersten Tag an einen fliegenden Start hingelegt. Ein entscheidender Moment für das Unternehmen kam schon relativ kurz nach der Gründung. Josh und sein Geschäftspartner Samuel Palmer wuchsen sehr schnell aus ihrem ersten Standort heraus und mussten entscheiden, ob sie das Risiko der zusätzlichen Fixkosten eines größeren Geschäfts eingehen oder das Wachstum bremsen sollten. Sie entschieden sich für Ersteres, und es ging sehr gut aus. Josh: „Wir hatten ein Ladenlokal, das sich eigentlich ziemlich bald als zu klein erwies. Innerhalb von etwa 18 Monaten wuchsen wir so schnell, dass wir uns entscheiden mussten, groß zu werden oder klein zu bleiben. Wir entschieden uns für groß und zogen in eine neue Einheit um. Das verdoppelte die Fläche, verdreifachte die Miete und vervierfachte die Möglichkeiten. Dieses Risiko sind wir eingegangen, und es hat sich ausgezahlt.“

Die internationale Expansion folgte schon bald. „2018 eröffneten wir unser zweites Geschäft in Dublin. Nummer 3 folgte 2019. Die Zahl der Geschäfte stieg im selben Jahr auf 8 oder 9. 2020 waren es 15, und seitdem haben wir stetig weiter expandiert. Heute haben wir 31 Geschäfte, darunter 6 in Amsterdam, und in Kürze kommen voraussichtlich 4 weitere in anderen Ländern hinzu“, erklärt Josh.

Kapitel 4: Schritt für Schritt

MENSPIRE feiert jetzt sein zehnjähriges Bestehen. Josh blickt auf das erste Jahrzehnt zurück: „Es war eine unglaubliche Reise. Was es wirklich ganz besonders macht, ist, dass wir die Messlatte immer höher legen. Die Entwicklung von MENSPIRE war nie eine große Explosion. Wir machen einfach Schritt für Schritt weiter. Auf dem Weg zu neuen Höhen“, sagt Josh.

Kapitel 5: Höhen und Tiefen

Was waren die Höhen und Tiefen? Josh: „Ein Höhepunkt war, dass wir herausfinden konnten, wie wir es angehen mussten, um als Franchisegeber loszulegen, dass unsere Franchisenehmer mit der Blaupause zufrieden sind, die wir erstellt haben, und damit Erfolg haben. Neue Geschäfte mit anderen Menschen zu eröffnen und zu sehen, dass sie erfolgreich sind, ist fantastisch. Es war ein langer Weg, aber es ist uns gelungen, an den Punkt zu kommen, an dem wir verstanden haben, was wir tun mussten, damit dieses Projekt gelingt. Einer unserer größten Erfolge war also, dass wir herausgefunden haben, wie wir dieses spezielle Unternehmen skalieren konnten.“

Und der Tiefpunkt? Josh sagt, es habe unterwegs mehrere Hindernisse gegeben: „Samuel und ich waren beide Experten für Haare, aber nicht fürs Geschäftliche. Das bedeutet, dass wir alles, was die geschäftliche Seite eines eigenen Unternehmens betrifft, nach und nach lernen mussten. Am Anfang wurden wir zum Beispiel völlig davon überrascht, dass wir nicht genug Rücklagen gebildet hatten, weil wir nicht wussten, wie viel Steuern wir am Jahresende zahlen mussten. Dadurch gerieten wir in finanzielle Schwierigkeiten, obwohl die ganze Welt die Marke MENSPIRE kannte. Es fiel uns schwer zu begreifen, dass unser Unternehmen geschäftlich nicht allzu gut dastand, während MENSPIRE eine so bekannte Marke war. Wir haben aus dieser Erfahrung gelernt, unsere Unternehmensfinanzen in Ordnung gebracht und sind gestärkt daraus hervorgegangen.“

Fotografie: Jordan Doyle

Kapitel 6: Untypisches Marketing

Man könnte meinen, der Erfolg von MENSPIRE sei größtenteils einem ausgeklügelten Marketing zu verdanken. Das ist nicht der Fall. Josh sagt, dass MENSPIRE in den ersten acht Jahren nicht auf Marketing als Wachstumsmittel gesetzt hat. „Wir haben erst vor etwa drei Jahren begonnen, Marketing als Priorität zu sehen. Als Inhaber von einem oder zwei Geschäften kommt das echte Marketing natürlich von deinen Kunden, durch Mundpropaganda. So baust du dein Unternehmen auf und lässt es wachsen, bis du an einen Punkt kommst, an dem du mehrere Betriebe hast. Erst dann musst du an deiner Markenidentität arbeiten statt an deinem Betrieb. Wenn du ein Franchise-Netzwerk aufbaust, richtet sich dein Marketing auf deine Markenidentität und auf die Vorteile, als Franchisenehmer oder Partner Teil der MENSPIRE-Organisation zu sein.“

Kapitel 7: Ein erfolgreicher Franchisenehmer

Josh sagt, die Beziehung zum MENSPIRE-Franchisenehmer in den Niederlanden sei ein hervorragendes Beispiel für eine für beide Seiten gute Geschäftsbeziehung, in der ein lokaler Unternehmer innerhalb ihres Franchise-Netzwerks ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen kann: „Unser niederländischer Franchisenehmer Najib Mea ist eine phänomenale Bereicherung für unser Managementteam. Er hat weit mehr erreicht als irgendein Unternehmer in der Geschichte des Barberhandwerks. Er war in der Lage, 6 Standortprojekte in Amsterdam zu übernehmen, und seien wir ehrlich: Das ist nicht billig und bringt viel Risiko mit sich. Jetzt, 3 Jahre später, beginnt es bereits Früchte zu tragen. Nach seiner Zusammenarbeit mit Samuel Palmer ist Najib vom Barber in eine Mentorenrolle gewechselt, ist zu einem festen Bestandteil des Managementteams geworden und übernimmt die Führung in den Niederlanden und darüber hinaus. Mit dem baldigen Start der MENSPIRE Academy Niederlande wird der Weg frei, die Niederlande wieder auf die Landkarte zu setzen und dem erfolgreichen Pfad zu folgen, den Schorem einst in den Niederlanden vorgezeichnet hat. Jetzt ist es an der Zeit, die Grenzen weiter zu verschieben und die Messlatte mit Ausbildung und unserer Vision noch höher zu legen.“

Kapitel 8: Die Wichtigkeit und die Unwichtigkeit von Marketing

Josh glaubt nicht, dass traditionelles Marketing für die meisten Barbershops der beste Weg ist. Er sagt: „Wenn du nur ein Geschäft hast, musst du dich auf dein Produkt konzentrieren. Du brauchst kein Online-Marketing, um dir einen guten Ruf aufzubauen. Du musst kein Geld für Marketing ausgeben, es sei denn, du hast mehrere Geschäfte. Unterm Strich ist Marketing also wichtig, aber gleichzeitig auch wieder nicht.“

Kapitel 9: Geh auf die Straße

Was rät Josh Barbern, die ihr Geschäft aufbauen wollen? „Ich würde auf die Straße gehen. Ich bin vom alten Schlag und glaube an persönliche Kommunikation. Wir haben unseren Kundenstamm aufgebaut, indem wir ein großartiges Produkt geliefert haben – einen fantastischen Haarschnitt, den sonst niemand in der Gegend angeboten hat. Das ist das Geheimnis des Erfolgs. Gib jemandem einen ausgezeichneten Service und einen schönen Haarschnitt, und er kommt wieder.“

Kapitel 10: Die kommenden zehn Jahre

Was halten die kommenden zehn Jahre bereit? Josh sagt, sie hätten vor, auf Kurs zu bleiben und das Unternehmen schrittweise wachsen zu lassen. „Wir sind auf dem richtigen Weg und wollen so weitermachen. Unser Ziel ist es, in neue Länder und neue Regionen zu expandieren – also weiter das zu tun, was wir bereits tun.“

Josh möchte mit dem weitermachen, was ihm Freude macht, und neue kreative Herausforderungen erkunden. „Ich möchte in den kommenden zehn Jahren viel erreichen. ‚Schritt-für-Schritt‘-Bücher und -Videos machen und große Shows geben. All die Dinge, die ich wirklich liebe. Ich werde mich darauf konzentrieren, unsere Mitarbeiter zu begleiten und zu coachen und dafür zu sorgen, dass unsere Standards auf dem optimalen Niveau bleiben. Ich sehe für mich eine viel freiere Rolle darin, unsere Marke nach außen zu tragen, Interesse an unserer Branche zu wecken, die so viele Möglichkeiten bietet, und Menschen für sie zu gewinnen.“

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Dieses Interview erschien 2024 im BarberSociety Magazine.

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